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- Veröffentlicht: 29. November 2009
Mitte November fand in Slowenien die U17-Europameisterschaft statt, bei der Nathi im Individualbewerb und ich im Individual- und Teambewerb teilnehmen durften. Für uns war es bislang das größte Ereignis unserer jungen Sportlerlaufbahn. Da ich bereits im Teamevent dabei war, trat ich meine Reise in den Osten am Mittwoch, den 4. November an. Das Team (3 Mädchen und 4 Burschen) traf sich am Donnerstag in Graz und fuhr nach gemeinsamen Training weiter nach Slowenien. Dort waren wir überrascht auf welch hohem Niveau unser (3-Sterne-) Hotel war, was uns sehr freute. Am nächsten Tag schnupperten wir in Medvode bei einer Trainingseinheit erstmals ‘Hallenluft‘.
Am Samstag um 17.00 Uhr hatten wir dann unser erstes Gruppenspiel gegen den Ausrichter Slowenien. Da kurz vor unserem Spiel die offizielle Eröffnungsfeier stattfand, die sehr imposant war, wurde das slowenische Team durch das heimische Publikum kräftig unterstützt. Es war unglaublich so etwas zu erleben, denn die ganze Halle war voll und es bebte bei jedem Punkt der Gastgeber. Ich spielte das Dameneinzel und als ich auf dem Feld war und meine Gegnerin den ersten Punkt machte, spürte ich richtig die versammelten Slowenen aufgröhlen und im ersten Moment war ich ziemlich überrascht.
Doch Österreich hielt kräfitg dagegen – mit vielen angereisten österreichischen Zuschauern im Rücken feuerten wir uns lautstark an und waren in diesem Sinne sogar konkurrenzfähig mit den Hausherren. Richtig spannend wurde es mit dem abschließenden Mixed, bei dem Stand von 2:2. Jeder Punktgewinn war ein Spektakel, sodass sogar die anderen Teams, die bereits alle fertig gespielt hatten, neugierig unser Spiel verfolgten. Wir konnten dieses gewinnen und so feierte Österreich einen wichtigen Sieg.
Am Sonntag mussten wir gegen Finnland ran, bei dem wir sehr wohl Chancen hatten. Nach einem 0:2 Rückstand konnten Sonja und ich im Doppel den Anschluss holen und das Herrendoppel schaffte den Ausgleich. Das finnische Mixed war dann leider zu stark für unsere etwas nervösen Spieler und somit verloren wir knapp 2:3.
Am nächsten Tag trafen wir noch auf den Gruppenfavoriten Englang, bei dem wir unsere Chancen auf ca. 40-50% schätzten. Da Matthias Almer leider sein Herreneinzel äußerst knapp im 3.Satz verlor und das Dameneinzel auch verloren ging, mussten Sonja und ich wie bereits gegen Finnland mit einem 0:2 im Nacken unser Doppel bestreiten. Dieses verloren wir leider in einem guten Spiel in 3 Sätzen und somit war die Niederlage sicher. Schlussendlich verloren wir gegen die Topnation England mit 1:4, wobei wir aber mehrere Spiele nur sehr knapp abgeben mussten und somit einer Sensation ziemlich nah waren.
Insgesamt waren wir ein super Team und spielerisch mit unseren Leistungen zufrieden, auch wenn wir unser Ziel auf Ergebnisebene nicht ganz erreichten.
Am Dienstag sahen wir uns gemeinsam die Viertel- und Halbfinale an und nach einer Trainingseinheit erwarteten wir unsere neu dazustoßenden Individualspieler, bei denen auch Nathi mit dabei war.
Am Mittwoch, den 11.November startete das Individualturnier. An diesem Tag konnten aus österreichischer Sicht alle Spiele gewonnen werden (zu denen auch mein 1.Einzel gegen eine Irländerin zählt). Die Doppelbewerbe - und somit auch Nathis 1.Spiel - begannen erst am Donnerstag. Sie konnte dies mit ihrer Partnerin Anna Demmelmayer aus Graz gegen eine Paarung aus Kroatien in 3 Sätzen gewinnen und zog somit in die 2.Runde ein.
Auch ich gewann mein Spiel am Donnerstag. Nach verlorenem 1.Satz konnte ich mein Einzel gegen eine Waliserin noch drehen und zog damit in die 3.Runde ein.
Für Österreich verlief der Tag insgesamt eigentlich erwartungsgemäß und mit einer Bilanz von 9 gewonnenen und 3 verlorenen Spielen machte sich das Team wieder einmal auf den Weg zur Stamm-Pizzeria.
Am Freitag spielte ich gegen die gesetzte Topspieler Neslihan Yigit aus der Türkei, gegen die ich bereits in Dänemark ausgeschieden war. So verlor ich auch diesmal in 2 Sätzen gegen die spätere Vize-Europameisterin. Dieses Spiel war jedoch sicherlich das beste für mich, hinsichtlich der Analyse meiner Stärken und Schwächen. So konnte ich erkennen, dass außer in ein paar Bereichen, in denen sie einfach überlegen gewesen ist, ich sehr wohl konkurrenzfähig war und gut mitspielen konnte – was mich optimistisch für die Zukunft stimmte.
Nathalie verlor leider ihr Doppel gegen 2 Tschechinnen. Nach einer Führung im 3. Satz fanden die zwei nicht mehr recht ins Spiel und so drehten ihre Gegnerinnen die Partie noch um. Im Achtelfinale vertreten waren von Österreich noch das Mixed von Simon Rebhandl und Sonja Langthaler, Matthias im Herreneinzel und nochmals gemeinsam mit Simon im Herrendoppel, dass sogar den Einzug ins Viertelfinale schaffte. Dieses verloren die beiden leider äußert knapp in 3 Sätzen gegen zwei Russen – mit noch ein bisschen mehr Glück im 2. Satz sie das Spiel jedoch wahrscheinlich gewonnen hätten. Somit verpasste Österreich knapp die erste EM-Medaille seit 1994.
Gemeinsam schauten wir uns noch die Halbfinalspiele der versch. Bewerbe an und erlebten spannende und hochwertige Spiele. Am Sonntag machten wir uns auf dem Heimweg nach erlebnisreichen Tagen in Slowenien. Diese Erfahrung war bzw. ist sehr hilfreich für unseren weiteren Weg als Badmintonspieler.
Sarina Kohlfürst
Ergebnisse im Überblick:
Jungeneinzel
Mädcheneinzel
Jungendoppel
Mädchendoppel
Mixed

Eröffnungsfeier

