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- Veröffentlicht: 06. März 2005
Hallo miteinander,
Ueber Puerto
Barrios und der Enklave Livingston, die nur per Boot erreichbar ist, sind wir wieder in Guatemala eingereist.
Auch in
Livingston, wie in vielen anderen Gegenden entlang der Karibik, findet sich ein interessanter
Menschenmix aus
Schwarzen,
sogenannten Gerifunas, Mestizen und einigen reinrassigen Indios. Entlang des Rio
Dulce verlassen wir
landeinwaerts den
Karibikflair zum gleichnamigen Strassendorf am Lago Izabal von wo aus
wir ueber Copan zu den
Suesswasserpools von Semuc
Champey bei Lanquin weiterreisen. Mit Kerzen bewaffnet
erkundigen wir watend, schwimmend,
kletternd und kriechend eine
Hoehle, baden, schwimmen den Fluss hinunter
oder springen von einer 8m hohen Bruecke in
den Fluss. Nach ein paar Tagen Relax
gehts nun endlich ins Herz
Guatemalas, wie man es aus Bildern und Berichten
kennt.
Doerfer und schoene
Kolonialstaedte
mit lebhaften Maerkten voll mit diversen indigenen
Volksgruppen in ihren jeweiligen, prachtvollen, farbigen
Trachten, man hoert verschiedene Maya Sprachen, die auch
noch in den Schulen unterrichtet werden und man
sieht
urspruengliche, religioese Rituale und Opferungen, die sich mit
dem christlichen Glauben vermischt
haben, Prozessionen von
"rivalisierenden" Glaubensgemeinschaften mit
ihren teils eigenartig
wirkenden Messen, und die ganzen kolonialen
Kirchen, Kloester und schoenen, farbigen Haeusern
mit ihren meist
prunkvoll gestalteten Innenhoefen. Das Landschaftsbild hier
oben ist eine ausgedehnte Berg- und
Huegellandschaft, meistens komplett mit Mais kultiviert mit unzaehligen kleinen Doerfern.
Im Hintergrund
thronen mit
Baeumen ueberwucherte Vulkane, dessen Gipfel nachmittags in eine Wolkenkrone gehuellt ist. Einige
Besteigungen
durften natuerlich nicht fehlen mit hervorragender Aussicht auf die anderen umliegenden Vulkane,
einige davon
aktiv
und Rauchwolken ausstossend, Vukan Pacaya sogar Lava speiend, Blicke hinunter in die
Taeler bis hin zum Pazifik und auf
die Wolken, die niedriger hereinziehen , waren die Anstrengungen mehr als
wert. Besonders gefallen haben mir wieder
einmal
die urigen Busfahrten ueber teils abenteuerliche
Bergstrecken. Die lokalen Busse sind meistens ausgemusterte,
amerikanische
Schulbusse - jeder kennt
sicherlich die langen, gelben aus diversen Filmen mit der
"Schoolbus" Aufschrift - oder
aehnlichen
in buntem Gewand. Wie schon in Asien werden diese auch
dementsprechend effektiv verwendet. Auf den 2er Sitzbaenken
wird zusammengerueckt damit auf beiden Seiten nochmals
jemand mit einer halben Arschbacke Platz findet,
zwischendrin findet
der eine oder andere noch im schmalen , bereits
ja schon von den ueberhaengenden
Arschhaelften belegten Gangbereich einen
Stehplatz. Wie sich die ganzen,
normalerweise nicht unbedingt
schlanken, Strassenverkaeuferinnen trotzdem ihren Weg bis ans
Ende durchbahnen konnten,
um den ganzen Bus mit
Getraenken, Essen und sonstigem Zeug zu versorgen, glich schon fast an ein
Wunder. Und dann
gings wieder mit
Vollgas dahin, die Musik tudelte laut aus uebersteuerten Boxen und nachdem sich alle
sattgegessen
hatten,
schlief man ineinanderverkeilt eine Weile bis man wieder kurz aus dem Schlaf gerissen wurde, weil sich
neue,
zugeladene Passagiere sich noch irgendeine freie Stelle suchten. Das war einfach Leben pur und nichts haette mich in
die um einiges teureren Touristendirektbusse bringen koennen.
So klapperten wir ueber Coban,
Uspatan,
Sacapulas, Nebaj, Chichicastenango, Quetzaltentango, Salcaja, San Pedro de Atitlan am Lago de
Atitlan und
Antigua ab,
Guatemala Stadt sah ich nur beim Durchfahren. In Chichicastenango war der groesste
Markt Guatemalas, was
wir uns 2 Tage vor
dem Markt, als wir die einzigen Touristen dort waren und absolut
tote Hose war, gar nicht
vorstellen konnten. Am Markttag
selber war die kleine Stadt kaum wiederzuerkennen
und wir traten die Flucht an. In
Salcaja besuchten wir einen Jahrmarkt mit
einem Stierkampf, die Stiere taten
mir schon leid, aber hier ueberleben sie
immerhin und werden nicht, wie in Spanien
ueblich, getoetet. In San
Pedro machte ich auch noch einen 1-woechigen
"Spanisch-Praktizierkurs", der mir echt gut
getan hat.
In einem Garten mit tollem Blick ueber den See zu
den Vulkanen gabs Einzelunterricht, wo ich von meinem Lehrer
auch viel ueber Guatemala erfahren konnte. Am Ende der
Woche fand eine Fullmoon-Party am See statt, bei der
bis ueber den
Sonnenaufgang hinaus zu Techno Musik getanzt
wurde. Davon hatte ich die letzte Zeit nicht
allzuviel.
Nach
gut einem Monat Guatemala mit einem
Zwischenstopp in Belize liess ich den
Schwerpunkt meines Mittelamerikatrips doch etwas
schwermuetig hinter mir und
reiste weiter nach Sueden nach
Honduras um mich wieder mit meinem Bruder zu treffen, von dem ich
mich 1 Woche zuvor
aufgrund meines
laengeren Aufenthalts in San Pedro getrennt hatte, wiederzutreffen.
Liebe
Gruesse aus Leon, Nicaragua
Guggi

