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- Veröffentlicht: 06. März 2005
Hallo miteinander,
Hier ist
endlich der lang erwartete und versproche Vietnam Reisebericht. Ich weiss eigentlich gar nicht was ich ueber
Vietnam
schreiben soll, es waren wieder so viele Eindruecke, Beobachtungen und Erlebnisse wobei das meiste
mehr im Detail
liegt,
wieder eine komplette Geschichte dahinter hat oder nur aus etlichen skurilen Bildern
des taeglichen Lebens
besteht. Alles in
allem war Vietnam bisher das Land , das am meisten mein eigenes Bild
von Asien wiederspiegelte, das
ich vorher hatte -
tausende von Mopeds, Menschen mit den konischen Hueten ,
Reisfelder en masse, die Geschaeftigkeit
auf den Maerkten und die
ganzen kleinen Kraemerlaeden , Tempel in
chinesischem Stil. Generell ist der chinesische
Einfluss nicht zu uebersehen und
zusammen mit den
franzoesischen Kolonialbauten , Kirchen und Friedhoefen ergibt das
teilweise ein wirklich eigenartiges Bild.
Selbst wenn ich mir meine Fotos auf der Kamera anschaue, denke ich mir
immer wieder dass ich euch damit nur
eine Messerspitze
von dem vermitteln werde koennen , was es im Gesamtbild
schlussendlich fuer mich war. Wenn
ich da nur schon an einen
morgentlichen Spaziergang um einen See in Hanoi denke ,
wo Massen von Vietnamesen
ihren Fruehsport jeglicherArt machen - wenn
alte Frauen in "Nachtgewand",
Trainingsjacke, Kopftuch
und einem ausziehbaren Schwert zu Kassettenrekordermusik
ihre langsamen Bewegungen machen ,
Aerobik zu lauter
Westmusik, Parkbankdehnungsuebungen, Badminton auf breiten Gehsteigen
und Verkehrsinseln - das ist
in Worten
und Bildern einfach nicht vermittelbar.
Der Verkehr war hier auch der
wildeste, den ich je
gesehen habe. Waehrend in Staedten wie Saigon und Hanoi , die Mopets jeweils jenseits der der
Millionengrenze
haben ,
jede Strassenueberquerung eine Mutprobe ist, konnte ich auf dem Land kaum irgendwelche Strassenregeln
feststellen -
ausser der Rechtsfahrregel , wobei die Bezeichnung "Rechtsausweichregel" wohl eher
zutreffend ist.
Die
Ausnahme ist hier wiederum die imaginaere Spur am aeusseren linken und rechten
Fahrbahnrand, wo einem Fahrraeder und
Mopeds auf der eigenen Spur entgegenkommen und eine
"Linksausweichtaktik" angebrachter ist. Ist ein Fahrer
erst
einmal nach einem Nickerchen aus seiner
Haengematte hinter das Steuer gekrochen , nachdem es mitunter 1 Stunde
gedauert hat
bis der Bus bis auf den
letzten Platz ausgefuellt ist, klebt der Fuss auf dem Gaspedal und es geht im
wahrsten Sinne um Leben
und
Tod. Die meiste Zeit gehts dahin auf der Mittellinie oder Ueberholspur, mit
unterschiedlichen Hupsalven der Art
"Ich
bin gleich mal da, mach Platz ich bin knapp hinter dir" bis hin
zum Dauerhupsignal - die
Bedeutung kann ich mir
hoffentlich sparen.
Ausgewichen wird nach dem
Prinzip des Staerkeren
- fuer Mopeds und Kleinstfahrzeuge
bleibt dann meistens nur der Kiesbereich zwischen Fahrbahn
und
Strassengraben. Ehrfurcht haben ein Busfahrer nur vor anderen
Bussen und LKW's. Ach ja - bevor ichs vergesse -
ueberholt wird immer und ueberall, unuebersehbare Kurven, die natuerlich
auch in steilen Aufwaertspassagen
vorkommen,
verhindern nicht das Ueberholen - man koennte ja an Schwung verlieren. Somit
waren die ersten
Sitzreihen der reinste
Adrenalinkick und meistens leichter zu ergattern. Haette nicht gedacht, dass ich
meine
Vietnamreise ueberstehe ohne
einen toedlichen Unfall zu sehen, speziell nachdem sich Berichte anderer Reisenden
haeuften.
So -
fuer alle die noch an der Reiseroute interessiert sind in aller Kuerze.
Ich
bin von Kambotscha ueber
das Mekongdelta ( schwimmende Doerfer und hohe Pfalbauten -
Reisfelder muessen eigentlich nicht
speziell erwaehnt
werden - die gabs ueberall ) nach Ho Chi Minh City (
Saigon ) , dann ueber Mui Ne Beach nach Dalat in die
Berge (
1400m , viele Obst und Gemueseplatagen , endlich
mal kuehler ) weiter in die Badestadt Nga Trang ( war touristisch
angenehm wenig los ). Von dort ueber
malerische Kuestenstreifen, Berge und Paesse nach Hoi An ( alte Handelsstadt ),
Danang ,
Hue ( alte
Koenigsstadt mit eindrucksvollen Grabanlagen ) in die ehemalige Grenzzone zwischen Nord- und
Suedvietnam
(Bombenkrater,Tunnelanlagen ) bis nach Hanoi. Der Norden ging sich nicht mehr aus, verbrachte dafuer ein
bisschen laenger in
Hanoi und machte einen Ausflug in die Halong Bay ( viele Kalksteininseln im Meer ,
riesige
Hoehlen ). Von Hanoi bin ich dann
in einem 24h Trip ueber Vinh quer rueber ueber die Grenze nach
Vientiane in Laos.
Eigentlich wollte ich
jetzt noch was ueber mich und mein Leben hier in
diesen Reisebericht
reinpacken, aber ich glaube ich habe eure
Lesebereitschaft mit der Laenge schon
ueberstrapaziert. Ich packe das dann
in den Laos Bericht, den ich schon Ende Maerz in
Bankok machen werde.
Diesmal versprochen !
Wieder mal liebe Gruesse an alle und erfreut euch an den
ersten
warmen Fruehlingstagen,
Guggi aus Vientiane, Laos
21.03.2004

