Laos
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Hallo
miteinander,
Beim
24h Trip von Hanoi nach Vientiane in Laos waren wir das letzte Mal stehengeblieben
und wieder einmal haette der Unterschied wohl nicht krasser ausfallen
koennen. Hanoi - alles so geschaeftig mit dem taeglichen, laermenden
Verkehrschaos , Vientiane - eine ruhige Stadt mit beinahe leergefegten
Strassen am Ufer des Mekongs. Waehrend dich bei einer Ankunft in der
einen Stadt zig
Motorradtaxifahrer fast aus dem Bus rauszerren, bewegt sich in Vientiane
gerade mal einer aus seiner Liegeposition auf der Sitzbank seines Dreiradmotorradtaxis
, waehrend sich der Rest beim Schlafen und Kartenspielen gar nicht stoeren
laesst. Dieser eine packt dann den halben Bus auf sein Dreirad, das
ueberraschenderweise beim Losfahren doch nicht nach hinten kippte.
Manchmal mussten sogar Leute links und rechts neben dem Fahrer sitzen
um das Gleichgewicht zu wahren.
Nachdem Vientiane die Hauptstadt dieses Landes ist, liess sich erahnen
was denn so im Rest des Landes los ist - sogut wie nichts. Aber ein
bisschen Ruhe konnte nach Vietnam nicht schaden. Somit verbrachte ich
die meiste Zeit in einfachen Bambushuetten mit Haengemattenblick auf
einen gemaechlich dahinfliessenden Fluss - im Norden wars der Nam Ou
, im Sueden der Mekong.
Meine Route ist somit schnell erklaert, von Vientiane fuhr ich ueber
steile, kurvige Berglandschaften mit aermlichen Strassendoerfern und
erschreckenden, brandgerodeten Haengen in die alte Koenigsstadt Luang
Prabang , wo ich bisher die groesste Tempeldichte sah. Die Stadt war
wie erwartet auch nett und gemuetlich, nur der rauchbedeckte Himmel
aufgrund der Brandrodungen truebte das
Bild. Fast eine Woche verbrachte ich dann in Muang Ngoi, das per Boat
ueber das Dorf Nong Khiaw zu erreichen ist. Da ich die letzten 2 Tage
dort jeweils am Morgen nicht in der Lage war die Weiterreise anzutreten,
erlebte ich wieder mal eine Hochzeit. Da kippt sich das ganze Dorf 2
Tage lang mit Laolao ( einem Schnaps ) weg, der harte, letzte Rest zog
dann mit Gitarre und Trommel singend durch die Hauptstrasse ( es gab
eh nur eine ). Ausser einem Tagesausflug zu einigen abgelegenen Doerfern
im Hinterland und einer Kanufahrt war der Weg zwischen Haengematte und
Restaurant wohl die einzige Anstrengung die erwaehnenswert ist.Von Muang
Ngoi reiste ich dann alles wieder retour mit einem Kurzstop im Backpackerdorf
Vang Vieng und von Vientiane nach Sueden ueber Pakse, Champasak auf
die Mekonginsel Don Det, die Teil der sogenannten "4000 Inseln"
im suedlichsten Teil Laos' an der Grenze zu Kambotscha ist. Haengematte
wieder mit Blick auf den Fluss, in dem gebadet und gewaschen wurde,
kleine Restaurants, Fahrraeder zum die Insel erkundigen, Kanufahren
und Tubing. Am letzten Tag vor der Weiterreise zurueck nach Bankok verabschiedete
sich Laos mit einem Gewitter rund um unsere Insel wie ich es noch nie
erlebt hatte. Der Himmel flackerte ununterbrochen aus allen Richtungen
und die Blitze kamen in Rudeln und Astformen - sogar horizontal. Phantastisches
Naturschauspiel.
Nun
bin ich inzwischen 3 Monate unterwegs und habe seit Thailand meine persoenlichen
Komfortansprueche nochmals ordentlich zurueckgeschraubt. Geschlafen
wird in Schlafsaehlen oder Billigstzimmern, gegessen wird auf der Strasse
und Maerkten und gefahren wird , sofern es nicht zu kompliziert und
zu lange ist, mit den einfacheren, lokalen Transportmitteln im Gegensatz
zu
irgendwelchen Touristenbussen. Komme seit Kambotscha mit 70 Euro / Woche
all inclusive durch. Wenn ich auch noch auf die Bierchen verzichten
wuerde, liessen sich sicher nochmals 20% einsparen, aber diesen Luxus
goenne ich mir noch. ( 20% - das bedeutet dass Bier vergleichsweise
teuer ist , nicht dass ich soviel in mich hineinkippe ! ) Zum Beispiel
Suedlaos: Uebernachtung $1 , Essen $0.5 - $1 , Bier $0.8 . Die organisierten
Touristentouren meide ich indem ich mit Fahrrad, Motorroller oder zu
Fuss auf eigene Faust losziehe , bei uebertriebenen Touristeneintritten
bin ich schon ueber Mauern geklettert. Je mehr man sich an die Gewohnheiten
des jeweiligen Landes anpasst, desto mehr Kontakt hat man zur Bevoelkerung
und desto billiger kommt man schlussendlich auch durch. Traveller trifft
man grundsaetzlich fast mehr als einem lieb ist, alleine ist man eigentlich
kaum, somit kann man sich eigentlich aussuchen ob man Lust auf Party
und die ueblichen Travellergespraeche hat oder etwas Ruhe und Erhohlung
sucht. Habe bisher auch etliche interessante Leute kennengelernt, mit
denen ich dann einige Tage rumgezogen bin und ich immer noch Kontakt
habe.
Verabschieden konnte man sich hier meistens mit "See you later",
denn man traf dieselben Leute an anderen Orten immer wieder.
Nun heissts Abschied nehmen von Suedostasien, ein Fleck auf der Erde,
der mir vor allem durch die freundlichen Menschen, ihrem Leben und Braeuchen
stark imponiert hat. 3 Monate waren definitiv zu kurz aber ich konnte
immerhin mal reinschnuppern, mir ein Bild machen und persoenlich vieles
dazulernen. Morgen gehts weiter nach Nepal in die Berge und ich freue
mich schon wie ein kleines
Kind auf den Mount Everest.
Liebe
Gruesse an alle aus Bankok
Guggi
31.03.2004