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Hallo miteinander,

Grundsaetzlich bin ich ja recht sparsam unterwegs und feilsche immer wieder um die Preise, wobei die Nachgiebigkeit hier in Amerika im Gegensatz zu Asien schon zu wuenschen uebrig laesst. Nach reiflichen Ueberlegungen hab ich mich hier in Ecuador entschlossen mir mal was zu goennen. Somit bin ich fuer gut eine Woche auf die Galapagos Inseln geflogen und habe die verschiedenen Vulkaninseln besichtigt, die durch ihre Abgeschiedenheit und ihren harten Lebensbedingungen ueber die Jahrtausende eine eigenstaendige Tier- und Planzenevolution erlebten wie es sie auf der Welt nur einmal gibt. Die durchwegs kargen und trockenen Inseln aus schwarzem und rotem Lavagestein, gespraenkelt mit weissen, blaetterlosen Baumen und leichtgruenlichen Kakteen, weissen Sandstraenden und tuerkisblauem Meer ergeben eine absolut unwirklich erscheinende Landschaftskombination. Das Ueberleben der dort heimischen Seeloewen, Meerechsen, Albatrosse, Pelikane, Toelpel, Frigatten und etlicher anderer Voegel sichert der reichhaltige Fischbestand.

Dadurch dass diese Tiere keine natuerlichen Feinde kennen, haben sie keine Scheu und man kann sie vor einem posierend problemlos im Portraitformat ablichten. Auch Unterwasser kamen wir voll auf unsere Kosten und sahen neben Haien, Rochen und Meeresschildkroeten riesige Fischschwaerme und spielten mit den jungen Seeloewen, die tolpatschig an Land unter Wasser mehr Duesenjets gleichkommen, die einem um die Ohren flitzen. So schaukelten wir mit einem eher kleineren Boot ueber die rauhe See von Insel zu Insel und nach ein paar Tagen truemmelte mir der Kopf auf dem Festland mehr als auf dem Boot. Am Ende war ich schon froh diesen Trip, im Gegensatz zu manch anderem, ohne Brechorgien oder einem naechtlichen Wassereinbruch ueberstanden zu haben.

Zueruck in Quito, einer uebriges zur Abwechslung mal sehr schoenen Hauptstadt und einer kolonialen Altstadt, die Weltkulturerbe ist, wurde es endlich Zeit das Ecuador kennenzulernen, wie man es eigentlich besser kennt. Bergiges Andenhochland durchzogen von tiefen Schluchten, bewirtschaftet unter haertesten Bedingungen bis unter die steilsten Flanken, teils gruen und fruchtbar, teils braun und karg, durchsaeumt mit kleinen Siedlungen und Bauernhoefen und ringsherum thronend die vorwiegend aktiven Vulkane, dessen hoechste wie Cotopaxi und Chimborazo mit ihrer Schneekrone majestetisch den Horizont verzieren oder wie im Fall Tungurahua, der laufend ordentliche Eruptionsrauchwolken ausstiess, dass einem schon ein wenig mulmig werden konnte. Wie schon in Guatemala konnte man auf den Maerken wieder stundenlang verharren und die Indios mit ihren typischen Gewaendern in ihrem Treiben beobachten. Dunkle, gezeichnete Gesichter mit ihren roten Backen, langen schwarzen Zoepfen, dem bekannten Andenhut hoch am Haupt sitzend, bunten, knalligen Blusen mit Schals und Umhaengen, einem weiten, mehrschichtigen Rock, der hier eher kuerzer ist und einen guten Blick auf die dicken, wolligen Kniestruempfe zulaesst, die man bei uns auch einstmals getragen hat. Und waehrend in Guatemala die Leute durchwegs , je nach Volksgruppe die selben Farbkombinationen trugen, empfand ich es hier mehr als einen unterbunten, knalligen Farbmix.

Raus aufs Land bedeutetet natuerlich auch wandern zu gehen. In der Naehe von Latacunga gibts die schoene Vulkankraterlagune Quilotoa mit abgelegenen Doerfern mit fast nicht vorhandenen Transportmoeglichkeiten, auf einem Zelttrip im Cajas Nationalpark nahe Cuenca mit seinen ueber 200 Seen und einer braunen Gras-Kaktuslandschaft waren wir dann komplett auf uns gestellt und trafen keine Menschenseele mehr und in Baños stieg ich auch mal aufs Mountainbike und radelte ins Amazonastiefland nach Puyo runter um nach der Rueckkehr in den heissen Baedern auszuspannen.

Ein weiterer, abwechslungsreicher Monat, der wieder mal vieles Reizvolles offen und unangetastet laest, geht wieder mal viel zu schnell zu Ende und Ecuador schreit jetzt schon nach einer Wiederkehr.

Liebe Gruesse an alle aus Loja, Ecuador


Guggi