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Veröffentlicht: 06. März 2005
Hallo miteinander,
Grundsaetzlich
bin ich ja recht sparsam unterwegs und feilsche immer wieder um die Preise, wobei die Nachgiebigkeit hier in
Amerika
im
Gegensatz zu Asien schon zu wuenschen uebrig laesst. Nach reiflichen Ueberlegungen hab ich mich
hier in Ecuador
entschlossen
mir mal was zu goennen. Somit bin ich fuer gut eine Woche auf die Galapagos
Inseln geflogen und habe die
verschiedenen
Vulkaninseln besichtigt, die durch ihre Abgeschiedenheit und ihren
harten Lebensbedingungen ueber die
Jahrtausende eine
eigenstaendige Tier- und Planzenevolution erlebten wie
es sie auf der Welt nur einmal gibt. Die
durchwegs kargen und
trockenen Inseln aus schwarzem und rotem
Lavagestein, gespraenkelt mit weissen, blaetterlosen
Baumen und leichtgruenlichen
Kakteen, weissen
Sandstraenden und tuerkisblauem Meer ergeben eine absolut unwirklich
erscheinende Landschaftskombination.
Das
Ueberleben der dort heimischen Seeloewen, Meerechsen, Albatrosse, Pelikane,
Toelpel, Frigatten und etlicher anderer
Voegel sichert der reichhaltige Fischbestand.
Dadurch dass
diese Tiere keine natuerlichen
Feinde kennen,
haben sie keine Scheu und man kann sie vor einem posierend problemlos
im Portraitformat
ablichten. Auch Unterwasser kamen wir
voll auf unsere Kosten und sahen neben Haien, Rochen und
Meeresschildkroeten riesige Fischschwaerme und spielten mit den
jungen Seeloewen, die tolpatschig an Land
unter
Wasser mehr Duesenjets gleichkommen, die einem um die Ohren flitzen. So
schaukelten wir mit einem eher
kleineren Boot
ueber die rauhe See von Insel zu Insel und nach ein paar Tagen truemmelte mir
der Kopf auf dem
Festland mehr als auf
dem Boot. Am Ende war ich schon froh diesen Trip, im Gegensatz zu manch anderem, ohne
Brechorgien oder einem
naechtlichen Wassereinbruch ueberstanden zu haben.
Zueruck in Quito,
einer uebriges
zur Abwechslung
mal sehr schoenen Hauptstadt und einer kolonialen Altstadt, die Weltkulturerbe
ist, wurde es endlich Zeit das
Ecuador
kennenzulernen, wie man es eigentlich besser kennt. Bergiges
Andenhochland durchzogen von tiefen Schluchten,
bewirtschaftet unter haertesten Bedingungen bis unter die
steilsten Flanken, teils gruen und fruchtbar, teils braun
und karg,
durchsaeumt mit kleinen Siedlungen und
Bauernhoefen und ringsherum thronend die vorwiegend aktiven Vulkane,
dessen hoechste
wie Cotopaxi und
Chimborazo mit ihrer Schneekrone majestetisch den Horizont verzieren oder wie im
Fall Tungurahua, der
laufend
ordentliche Eruptionsrauchwolken ausstiess, dass einem schon ein wenig mulmig werden
konnte. Wie schon in Guatemala
konnte man auf den Maerken wieder stundenlang verharren und die Indios mit ihren
typischen Gewaendern in
ihrem Treiben
beobachten. Dunkle, gezeichnete Gesichter mit ihren roten Backen, langen
schwarzen Zoepfen, dem
bekannten Andenhut hoch am
Haupt sitzend, bunten, knalligen Blusen mit Schals und Umhaengen,
einem weiten,
mehrschichtigen Rock, der hier eher kuerzer
ist und einen guten Blick auf die dicken, wolligen
Kniestruempfe
zulaesst, die man bei uns auch einstmals getragen hat. Und
waehrend in Guatemala die Leute durchwegs ,
je
nach Volksgruppe die selben Farbkombinationen trugen, empfand ich es hier mehr
als einen unterbunten, knalligen
Farbmix.
Raus aufs Land bedeutetet natuerlich auch wandern zu gehen. In der
Naehe von
Latacunga
gibts die schoene Vulkankraterlagune Quilotoa mit abgelegenen Doerfern mit fast nicht vorhandenen
Transportmoeglichkeiten, auf einem Zelttrip im Cajas Nationalpark nahe Cuenca mit seinen ueber 200 Seen und
einer
braunen
Gras-Kaktuslandschaft waren wir dann komplett auf uns gestellt und trafen keine Menschenseele
mehr und in
Baños stieg
ich auch mal aufs Mountainbike und radelte ins Amazonastiefland nach Puyo
runter um nach der
Rueckkehr in den heissen Baedern
auszuspannen.
Ein weiterer,
abwechslungsreicher Monat, der wieder
mal vieles Reizvolles offen und
unangetastet laest, geht wieder mal
viel zu schnell zu Ende und Ecuador schreit jetzt
schon nach einer Wiederkehr.
Liebe
Gruesse an alle aus Loja, Ecuador
Guggi