Die meisten Leute, die
Honduras bereisen, besuchen eine der Bay Islands, die vorgelagert in
der
Karibik
liegen
und von Riffen umgeben sind und somit zum Tauchen
einladen. Auf dem Weg dorthin passierte
ich von Guatemala
kommend
die
Maya Ruinen von Copan, die zwar durch ihre zahlreichen Statuen
und
Steinfiguren wiederum anders als
alle bisherigen
Ruinen war, fuer mich
allerdings weniger imposant
erschien. Je tiefer man dann durch das
dicht
bewachsene Huegelland
hinunter in die Karibikebene kommt,
desto
heisser werden wieder die Temperaturen. In einem
Tagestrip erreiche ich
ueber
San Pedro Sula und
La Ceiba mit einer Faehre die Insel Utila. Die
Landschaft auf
dem Weg dorthin ist von riesigen
Plantagen
gesaeumt, die
amerikanische Konzerne angelegt hatten und auch erheblich
die
politische Geschichte Honduras
aber auch Nicaraguas beeinflussten, was
diesen Lae dern auch den Beinamen
"Bananenrepubliken"
eingebracht
hat.
Ananas, Bananen, Zuckerrohr und Palmen zur Oelgewinnung aber auch
Reis-
und Maisfelder
sind zu Duzenden an mir
vorbeigezogen. Auf der Insel
Utila traf ich meinen Bruder wieder
und unsere
Aktivitaeten dort sind
schnell aufgezaehlt:
Tauchen, Regenerieren in Haengematte und
Bett,
Nahrungsaufnahme.
Hier trafen wir auch wieder auf
die
hier lebenden
Piratennachkommen
mit Nachnamen wie Morgan und Bush und
ihrem schmutzigen, englischen Slang, in dem
wohl
jedes vierte
Wort
entweder aus "fuckin" oder "shit" bestand - und das quer durch
die
Generationen. Ihr
haettet da mal das Gespraech einer Oma und ihrem
Enkelkind hoeren sollen - wenn
ich mir das bei
uns vorstellen
wuerde!
Den einzigen negativen Beigeschmack hatten die laestigen
Sandfliegen
und Muecken, die wir dann
nach gut
einer Woche hinter uns liessen und
ueber San Pedro Sula,
der Hauptstadt Tegucigalpa und Danli in Honduras
nach
Leon in Nicaragua weiterreisten. Auf dem Weg dorthin
hielt uns 2
Mal einen Konvoy auf, der Laeufer begleitete, die
nach
den Spielen das
olympische Feuer
quer durch Mittelamerika trugen.
Leon
wie auch Granada
sind wieder
schoene
Kolonialstaedte, die zum Verweilen
einladen. Bei den Festivitaeten zur Unabhaengigkeit von
Spanien waren
wir
gerade in Leon, wo uniformierte Trommelkapellen verschiedener
Schulen lautstark und tanzend
durch die
Strassen zogen.
Leider bekam
Leon dort auch gerade die Auslaeufer des Hurrican Ivan in Form
von
starken
Regenguessen zu spueren, die
sich als Baeche und Seen in den
Strassen breit machten und den jungen
Musikanten das Laecheln aus dem
Gesicht raubten.
Granada liegt sehr schoen am riesigen Lago
de
Nicaragua, der
ueber den Rio San Juan 250km Richtung Atlankik fliesst
und
nicht in den nur 20km
entfernten Pazifik. Dieser
Flussweg wurden
von den Spaniern benutzt, liess Granada entstehen und war
eigentlich
die aussichtsreichste
Position fuer den Kanalbau, der dann aus
politischen Gruenden doch in
Panama
realisiert wurde. Wieder so nahe
am
Pazifik machten wir auch einen Abstecher dorthin bevor wir mit
einem
rostigen Kahn
auf die Insel Omepete
gondelten. Diese liegt im Lago de
Nicaragua und besteht aus 2
Vulkanen, die ihr eine 8er-Form geben.
Den
einen
umrundeten wir mit dem "Mountainbike" in einer
urigen aber
heissen Fahrt durch einfache, armselige
Doerfer. Immer wieder begegnen
wir Farmern mit
ihren weissen Cowboyhueten auf ihren Pferden reitend
oder auf
dem Feld
arbeitend. Die Strassen sind
ziemlich schlecht und
mit dem Bus ist man hier nicht viel schneller als mit
dem Fahrrad.
Den
anderen
Vulkan erklimmen wir schweisstreibend von einer Kaffee-Hacienda
aus, wo wir ein paar
Tage wohnen, ueber
dicht bewachsenen Regenwald mit
Voegel- und Affengeschrei und baden oben im Kratersee. Nach
einer
10
stuendigen
Schifffahrt quer ueber den See nach San Carlos, einem
Drecksloch im wahrsten Sinne, machen
wir einen Absteher den Rio
San
Juan hinunter zum schoenen, mit Entwicklungshilfe renovierten Dorf
El
Castillo,
wo die Spanier ideal an einer
Stelle mit Huegel und
Stromschnellen eine Burg errichteten
um Piraten die
Weiterfahrt nach
Granada zu verwehren. Am
Fluss entlang durch den Regenwald
begleiteten
uns Schwalben- und
Wildentenschwaerme, Reiher und sonstige bunten
Voegel,
die ich nicht
alle identifizieren konnte.
Nach
2 Wochen verlassen wir Nicaragua nach Costa Rica um
hinunter nach
Panama zu reisen und nach
Suedamerika zu fliegen. Auf dem Weg
besichtigen wir lediglich
den aktiven
Vulkan Arenal, wo man in der
Nacht
Eruptionsfontainen und gluehendes Lavagestein, das ueber
Rinnen
herunterpoltert,
sehen kann.
Panama City hat wiederum
eine schoene koloniale
Altstadt aber auch eine moderne Neustadt
mit
Wolkenkratzern und allen Auswuechsen westlicher Lebenskultur.
Nicht
zu vergessen den
Panamakanal
mit den riesigen Frachtschiffen, die
ueber
Schleusen auf der einen Seite in einen kuenstlichen See
angehoben
werden, um
sie auf der anderen
Seite wieder hinunter in den Atlantik zu
setzen.
2,5
abwechslungsreiche Monate
Mittelamerika in
Begleitgung meines Bruders gehen zu Ende. Waehrend ich ueber
Bogota
meinen Fuss nach
Ecuador in die
Anden setze, gehts fuer ihn nach
Bolivien.
Liebe
Gruesse an alle aus
Quito, Ecuador