- Details
-
Veröffentlicht: 06. März 2005
Hallo miteinander,
Meinen
Heimaturlaub habe ich wirklich sehr genossen und es war schoen die meisten von euch mal wiederzusehen.
Erschreckend
war
eigentlich nur wie schnell man wieder in den Alltagsrythmus verfaellt, kaum war ich zuhause
angekommen , hatte
ich auch schon
wieder ein Handy und nach einigen Telefonaten war auch schon die meiste
Zeit wieder verplant. Halt wie
vorher.
Nach 2 Wochen gings dann weiter nach Mexiko
City , von wo aus ich meinen zweiten
Reiseabschnitt zusammen mit
meinem Bruder startete, der mich eine
zeitlang begleiten wird. Mexiko City war ein
Kultur- und Preisschock fuer mich. Nach
dem aeusserst billigen
Asien wurde ich ziemlich auf den Boden der Realitaet
zurueckgeholt. Mit 8 Euro fuer einen Schlafsaal
mit 12
Leuten konnte ich in Nepal einen ganzen Tag leben und hatte
auch noch die bessere Unterkunft. Mexico City selbst ist
eine endlose Stadt, weder beim Anflug noch von einem
Wolkenkratzer konnte das wirkliche Ausmass festgestellt
werden.
Abgesehen von einigen typisch
spanischen Gebaeuden und Kirchen kam ich mir vielfach
mehr wie in einer US
amerikanischen Grossstadt vor. Nachdem wir
uns im Antropologiemuseum kulturell und
historisch weitergebildet hatten , wurde
es Zeit aus dieser Stadt
rauszukommen und uns die einzelnen Staetten
selbst anzuschauen und mehr vom wahren Mexiko
mitzubekommen. Bei
Teotihuakan steht die drittgroesste Pyramide
der Welt aus der Teotihuakan Zeit, in Oaxaca liegt die ebenso
imposante
Zapotec Ruinenanlage von Monte Alban
auf einem Berg mit hervorragenden Blicken in die umliegenden Taeler waehrend
in
Suedmexiko die Mayaruinen von
Palenque von Regenwald umgeben sind. Mit Oaxaca und San Cristobal de las Casas hatten wir 2
schoene
Kolonialstaedte mit bunten Haeusern, Maerkten mit den indigenen Volksgruppen in ihren farbenpraechtigen
Trachten,
Stassenmusikanten und zahlreichen Kirchen im Programm, die uns dann den Flair von Mexiko vermittelten, den
wir uns eigentlich
erwartet hatten. Tacos, Buritos, Tortas, gegrilltes Fleisch und Hamburger waren nun auf
einmal
mein Essen , ein krasser
Wandel von der doch gesuenderen, meist vegetarischen , asiatischen Kueche.
Die Resultate
einer fettigen, mexikanischen Kost
konnten dann an den Leuten selbst gut zu begutachten werden.
In Oaxaca war neben
einem Kulturfestival auch gerade ein Mezcal
Festival ( einer Art Tequilla ) - da konnten
wir es uns nicht verkneifen
den einen oder anderen hinunterzustuelpen waehrend
man im Fernseher fiebernd Copa
Amerika sah. Leider ist dann Mexiko
doch ausgeschieden. Dazwischen gings ueber endlose kurvige
Bergstrassen
durch den Regenwald oder durch die weiten
Hochplateaus mit ewigen Maisfeldern. Auch das Baden an der
Pazifikkueste bei Puerto Escondido kam nicht zu kurz,
obwohl aufgrund der meterhohen Wellen das Rausschwimmen
zu gefaehrlich
war. Dafuer hatten die Surfer umsomehr Spass
und uns wirbelte uns auch einige Male ordentlich
rein. Waehrend man in Mexico
City aufgrund der vielen neuen Autos,
moderner Busse, U- Bahn , grossen Firmen,
Supermaerkten , Wohnsiedlungen und des
Preisniveaus zuerst den Eindruck
bekommt dass Mexiko recht weit
entwickelt ist, wird man bei der Fahrt im klimatisierten
Reisebus durchs Land schon
wieder auf den
Boden der Realitaet zurueckgeholt, wenn man die aermliche Stein
oder Holzbauten mit
Wellblechdaechern
, mit Ochsengespann pfluegende Maisbauern oder Kinder sieht, die gesammeltes Holz nach
Hause
tragen. Durch
den grossen Klassenunterschied innerhalb der Gesellschaft und die immer noch stark benachteiligte
indigene
Bevoelkerung sind die Spannungen auch nicht unuebersehbar und Demonstrationen an der Tagesordnung.
Dementsprechend
sieht man auch ueberall Polizei, Armee und Security und jede Menge Mauern, Gitter und Stacheldraht.
Aber
dieses Bild werden
wir in allen diesen Laendern zu sehen bekommen.
Aufgrund der doch eher hohen
Preise und der vielen
Touristen, die in Mexiko unterwegs sind ( sehr viele Mexikaner machen gerade selber
Urlaub -
ein Umstand den wir weiter im
Sueden eher nicht mehr sehen werden , da es sich dort die Bevoelkerung
nicht leisten
kann ) haben wir Mexiko schon nach 2,5
Wochen ueber Nordostguatemala verlassen und haben auch
noch ein paar Tage in
Belize in der Karibik verbracht. Aber mehr dazu
dann in einem anderen Bericht.
Liebe Gruesse
an alle aus Rio Dulce , Guatemala
Guggi