Drucken 
Hallo miteinander,

Meinen Heimaturlaub habe ich wirklich sehr genossen und es war schoen die meisten von euch mal wiederzusehen. Erschreckend war eigentlich nur wie schnell man wieder in den Alltagsrythmus verfaellt, kaum war ich zuhause angekommen , hatte ich auch schon wieder ein Handy und nach einigen Telefonaten war auch schon die meiste Zeit wieder verplant. Halt wie vorher.

Nach 2 Wochen gings dann weiter nach Mexiko City , von wo aus ich meinen zweiten Reiseabschnitt zusammen mit meinem Bruder startete, der mich eine zeitlang begleiten wird. Mexiko City war ein Kultur- und Preisschock fuer mich. Nach dem aeusserst billigen Asien wurde ich ziemlich auf den Boden der Realitaet zurueckgeholt. Mit 8 Euro fuer einen Schlafsaal mit 12 Leuten konnte ich in Nepal einen ganzen Tag leben und hatte auch noch die bessere Unterkunft. Mexico City selbst ist eine endlose Stadt, weder beim Anflug noch von einem Wolkenkratzer konnte das wirkliche Ausmass festgestellt werden.

Abgesehen von einigen typisch spanischen Gebaeuden und Kirchen kam ich mir vielfach mehr wie in einer US amerikanischen Grossstadt vor. Nachdem wir uns im Antropologiemuseum kulturell und historisch weitergebildet hatten , wurde es Zeit aus dieser Stadt rauszukommen und uns die einzelnen Staetten selbst anzuschauen und mehr vom wahren Mexiko mitzubekommen. Bei Teotihuakan steht die drittgroesste Pyramide der Welt aus der Teotihuakan Zeit, in Oaxaca liegt die ebenso imposante Zapotec Ruinenanlage von Monte Alban auf einem Berg mit hervorragenden Blicken in die umliegenden Taeler waehrend in Suedmexiko die Mayaruinen von Palenque von Regenwald umgeben sind. Mit Oaxaca und San Cristobal de las Casas hatten wir 2 schoene Kolonialstaedte mit bunten Haeusern, Maerkten mit den indigenen Volksgruppen in ihren farbenpraechtigen Trachten, Stassenmusikanten und zahlreichen Kirchen im Programm, die uns dann den Flair von Mexiko vermittelten, den wir uns eigentlich erwartet hatten. Tacos, Buritos, Tortas, gegrilltes Fleisch und Hamburger waren nun auf einmal mein Essen , ein krasser Wandel von der doch gesuenderen, meist vegetarischen , asiatischen Kueche. Die Resultate einer fettigen, mexikanischen Kost konnten dann an den Leuten selbst gut zu begutachten werden. In Oaxaca war neben einem Kulturfestival auch gerade ein Mezcal Festival ( einer Art Tequilla ) - da konnten wir es uns nicht verkneifen den einen oder anderen hinunterzustuelpen waehrend man im Fernseher fiebernd Copa Amerika sah. Leider ist dann Mexiko doch ausgeschieden. Dazwischen gings ueber endlose kurvige Bergstrassen durch den Regenwald oder durch die weiten Hochplateaus mit ewigen Maisfeldern. Auch das Baden an der Pazifikkueste bei Puerto Escondido kam nicht zu kurz, obwohl aufgrund der meterhohen Wellen das Rausschwimmen zu gefaehrlich war. Dafuer hatten die Surfer umsomehr Spass und uns wirbelte uns auch einige Male ordentlich rein. Waehrend man in Mexico City aufgrund der vielen neuen Autos, moderner Busse, U- Bahn , grossen Firmen, Supermaerkten , Wohnsiedlungen und des Preisniveaus zuerst den Eindruck bekommt dass Mexiko recht weit entwickelt ist, wird man bei der Fahrt im klimatisierten Reisebus durchs Land schon wieder auf den

Boden der Realitaet zurueckgeholt, wenn man die aermliche Stein oder Holzbauten mit Wellblechdaechern , mit Ochsengespann pfluegende Maisbauern oder Kinder sieht, die gesammeltes Holz nach Hause tragen. Durch den grossen Klassenunterschied innerhalb der Gesellschaft und die immer noch stark benachteiligte indigene Bevoelkerung sind die Spannungen auch nicht unuebersehbar und Demonstrationen an der Tagesordnung. Dementsprechend sieht man auch ueberall Polizei, Armee und Security und jede Menge Mauern, Gitter und Stacheldraht. Aber dieses Bild werden wir in allen diesen Laendern zu sehen bekommen.

Aufgrund der doch eher hohen Preise und der vielen Touristen, die in Mexiko unterwegs sind ( sehr viele Mexikaner machen gerade selber Urlaub - ein Umstand den wir weiter im Sueden eher nicht mehr sehen werden , da es sich dort die Bevoelkerung nicht leisten kann ) haben wir Mexiko schon nach 2,5 Wochen ueber Nordostguatemala verlassen und haben auch noch ein paar Tage in Belize in der Karibik verbracht. Aber mehr dazu dann in einem anderen Bericht.

Liebe Gruesse an alle aus Rio Dulce , Guatemala

Guggi