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Veröffentlicht: 06. März 2005
Hallo miteinander,
Beim 24h Trip von
Hanoi nach Vientiane in Laos waren wir das letzte Mal stehengeblieben und wieder einmal haette der
Unterschied wohl
nicht
krasser ausfallen koennen. Hanoi - alles so geschaeftig mit dem taeglichen, laermenden
Verkehrschaos ,
Vientiane - eine
ruhige Stadt mit beinahe leergefegten Strassen am Ufer des Mekongs. Waehrend
dich bei einer Ankunft
in der einen Stadt zig
Motorradtaxifahrer fast aus dem Bus rauszerren, bewegt sich in
Vientiane gerade mal einer aus
seiner Liegeposition auf der
Sitzbank seines Dreiradmotorradtaxis , waehrend
sich der Rest beim Schlafen und
Kartenspielen gar nicht stoeren laesst.
Dieser eine packt dann den halben Bus
auf sein Dreirad, das
ueberraschenderweise beim Losfahren doch nicht nach hinten
kippte.
Manchmal mussten sogar Leute
links und rechts neben dem Fahrer sitzen um das Gleichgewicht zu
wahren.
Nachdem Vientiane die
Hauptstadt dieses Landes ist, liess sich erahnen was denn so im Rest des
Landes los ist - sogut wie nichts. Aber ein
bisschen Ruhe konnte nach Vietnam nicht schaden. Somit verbrachte
ich die meiste
Zeit in einfachen Bambushuetten mit
Haengemattenblick auf einen gemaechlich dahinfliessenden
Fluss - im Norden wars der Nam
Ou , im Sueden der Mekong.
Meine Route ist somit schnell
erklaert, von Vientiane fuhr ich ueber steile,
kurvige
Berglandschaften mit aermlichen Strassendoerfern und
erschreckenden, brandgerodeten Haengen in die alte Koenigsstadt
Luang Prabang , wo ich bisher die groesste
Tempeldichte sah. Die Stadt war wie erwartet auch nett und gemuetlich, nur
der
rauchbedeckte Himmel aufgrund
der Brandrodungen truebte das Bild. Fast eine Woche verbrachte ich dann in Muang
Ngoi, das per
Boat ueber das
Dorf Nong Khiaw zu erreichen ist. Da ich die letzten 2 Tage dort jeweils am Morgen nicht
in der Lage war die
Weiterreise anzutreten, erlebte ich wieder mal eine Hochzeit. Da kippt sich das ganze Dorf 2 Tage
lang mit
Laolao ( einem
Schnaps ) weg, der harte, letzte Rest zog dann mit Gitarre und Trommel singend durch die
Hauptstrasse ( es gab eh nur eine ).
Ausser einem Tagesausflug zu einigen abgelegenen Doerfern im Hinterland
und
einer Kanufahrt war der Weg zwischen Haengematte
und Restaurant wohl die einzige Anstrengung die
erwaehnenswert
ist.Von Muang Ngoi reiste ich dann alles wieder retour mit
einem Kurzstop im Backpackerdorf
Vang Vieng und von
Vientiane nach Sueden ueber Pakse, Champasak auf die Mekonginsel Don Det,
die Teil der
sogenannten "4000
Inseln" im suedlichsten Teil Laos' an der Grenze zu Kambotscha ist. Haengematte
wieder mit Blick auf den Fluss,
in dem gebadet und gewaschen wurde, kleine Restaurants, Fahrraeder zum die
Insel erkundigen,
Kanufahren und Tubing.
Am letzten Tag vor der Weiterreise zurueck nach Bankok
verabschiedete sich Laos mit einem Gewitter
rund um unsere
Insel wie ich es noch nie erlebt hatte. Der Himmel
flackerte ununterbrochen aus allen Richtungen und die
Blitze kamen
in Rudeln und Astformen - sogar
horizontal. Phantastisches Naturschauspiel.
Nun bin ich
inzwischen 3 Monate unterwegs
und habe seit Thailand meine persoenlichen Komfortansprueche nochmals ordentlich
zurueckgeschraubt.
Geschlafen wird in Schlafsaehlen oder Billigstzimmern, gegessen wird auf der Strasse und Maerkten
und
gefahren wird , sofern es nicht zu kompliziert und zu lange ist, mit den einfacheren, lokalen Transportmitteln im
Gegensatz
zu
irgendwelchen Touristenbussen. Komme seit Kambotscha mit 70 Euro / Woche all
inclusive
durch. Wenn ich
auch noch auf die Bierchen verzichten wuerde, liessen sich sicher nochmals 20%
einsparen, aber diesen
Luxus goenne ich mir
noch. ( 20% - das bedeutet dass Bier vergleichsweise teuer ist ,
nicht dass ich soviel in mich
hineinkippe ! ) Zum Beispiel
Suedlaos: Uebernachtung $1 , Essen $0.5 - $1 ,
Bier $0.8 . Die organisierten
Touristentouren meide ich indem ich mit Fahrrad,
Motorroller oder zu Fuss auf
eigene Faust losziehe , bei
uebertriebenen Touristeneintritten bin ich schon ueber Mauern
geklettert. Je mehr
man sich an die Gewohnheiten des
jeweiligen Landes anpasst, desto mehr Kontakt hat man zur Bevoelkerung
und
desto billiger kommt man schlussendlich
auch durch. Traveller trifft man grundsaetzlich fast mehr als einem lieb ist,
alleine ist man eigentlich kaum, somit
kann man sich eigentlich aussuchen ob man Lust auf Party und die
ueblichen
Travellergespraeche hat oder etwas Ruhe
und Erhohlung sucht. Habe bisher auch etliche interessante
Leute kennengelernt, mit
denen ich dann einige Tage
rumgezogen bin und ich immer noch Kontakt habe.
Verabschieden konnte man sich
hier meistens mit
"See you later", denn man traf dieselben
Leute an anderen Orten immer wieder.
Nun heissts
Abschied nehmen von Suedostasien, ein Fleck
auf der Erde, der mir vor allem durch die freundlichen
Menschen, ihrem
Leben und Braeuchen stark imponiert
hat. 3 Monate waren definitiv zu kurz aber ich konnte immerhin mal
reinschnuppern, mir ein Bild machen und
persoenlich vieles dazulernen. Morgen gehts weiter nach Nepal in die Berge
und ich
freue mich schon wie ein
kleines Kind auf den Mount Everest.
Liebe Gruesse an alle
aus Bankok
Guggi
31.03.2004